Willkommen im echten Afrika! Daressalaam ist zwar keine offizielle Hauptstadt, aber eine afrikanische Metropole sondergleichen. Wie viele Einwohner die Küstenstadt am indischen Ozean hat – man weiß es nicht. Das Netz sagt um die 4,5 Millionen. Einheimische meinen, dass es schon mehr als 6 Millionen in Dar sind. Der Verkehr gibt allen recht. Das Chaos rund um Taxis, Busse, Radfahrer und wer sich sonst noch auf die Straße traut, ist unbeschreiblich. Da läuft man doch gerne 30 Minuten zu Fuß durch die halbe Stadt zur Arbeit. Da kann man nicht nur dem Verkehr aus dem Weg gehen (oder das zumindest versuchen). Da kann man sich auch besser an der Vielfalt der Menschen erfreuen, die das Stadtbild dieser Monsterstadt prägen. Swahilis, Pakistanis, Inder und zwischendrin ein paar Weißnasen wie ich schlängeln sich an Moscheen, Hochhäusern (manche fancy, andere abrissreif) und kleinen Shops, die überall zu finden sind und von Getränken über Rasierer eigentlich alles verkaufen, vorbei. Die Menschen sind im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern, die ich schon bereist habe, fast als schüchtern zu beschreiben. Während in Südafrika wildfremde Menschen auf dich zu rennen, um mit dir über Europa zu reden, gibt es hier (noch) keine aufdringlichen Geschichten zu erzählen. Gut, es ist meine erste Woche, aber wird wohl insgesamt mit der größeren Sprachbarriere zusammenhängen. Englisch ist hier, in der Mitte des Kontinents, nur bei den jungen Leuten zu finden oder bei denen, die länger in der Schule waren als der Durchschnitt.
Bei meiner Gastfamilie ist dies der Fall. Tochter und Sohn haben durch amerikanische Einflüsse sogar einen US-reifen Akzent. Mein Betreuer indes sticht mit dem süßen Ich-spreche-R-wie-L-aus-Akzent, der in Mittel-Ost-Afrika durchaus üblich ist. Kennen wir ja nur zu gut aus „Luanda“, dem kleinen Land mit den tausend Hügeln. Was ich noch nicht kannte ist das Kwanza.tv-Studio. Nachdem der neue tansanische Präsident nämlich in guter afrikanischer Staatschefsmanier erstmal einen Haufen an Gesetzen geändert hat, darf ich jetzt statt bei einer Zeitung im TV arbeiten. Den Sinn dahinter muss man auch erstmal nachvollziehen, aber das ist mit der Unmöglichkeit das Touristen-Visum zu verlängern nur die Spitze der kuriosen Dinge hier.
Kurios sind auch die Unterschiede, wenn man beispielsweise in einem versteckten Hochhaus in einer Nebenstraße für einen Medienbetrieb arbeitet. Während ich hier zeitweise sogar Videos streamen kann, streamed in der Toilette auf der anderen Seite vom Office relativ wenig. Da steht eine 54,0 Mbit/Sekunde einem ruhigen Örtchen ohne Ruhe geschweige denn Sitz gegenüber. Afrika halt – wo sich Zukunft und Vergangenheit so krass schneiden, dass einem die Worte fehlen. Insbesondere, wenn das TV-Studio sogar schalldicht ist und die Leute hier mit Premiere und auf MacBooks schneiden. Dafür kann die Sendung nicht live gesendet werden, da ein Funkturm fehlt. Der nächste ist einige Meter weg und eine Verbindung dahin gibt's schlicht nicht. Die 30-Minuten News, die täglich produziert werden, müssen dann vom Chef persönlich via Harddrive geliefert werden. Leider wird es meine Stimme auch nicht in die Sendung schaffen, da Swahili (obwohl auch nur Bantu-Sprache) mir irgendwie nicht wirklich liegt. Ah ja, mein Fingerabdruck ist jetzt in der Software der Sicherheitstüre integriert. Very very proud of that.
Apropos unwichtige News: Ich habe gerade 271 Mails abgerufen, da in Namibia, wie in Tansania geregelter Straßenverkehr, WLAN Fehlanzeige war. Drei Monate voller Spams und mein halber Arbeitstag ist rum. In der ersten Woche ist ein krasser Einstieg wie seinerzeit an einer Grundschule in Südafrika nicht gegeben. Nach dem Mails-Checken suche ich mir was zu essen in dem Nebenstraßenchaos, wo man achtstöckige Haushäuser kaum findet. Und noch was, das gerade meinen Tag flashed wie kein anderer tansanischer Taxifahrer und dessen Fahrstil jemals zuvor: Meine Chefin Maria Sarungi Tsehai hat 184k Gefolge auf einer Seite, auf der man nur kurz Meldungen abgeben kann. Das hat doch mal was. Da werde ich doch dezent nach einem S/O fragen. Davor muss ich aber was essen …
Alltagsgedanken zwischen journalistischen Abgründen, sportlichem Leichtsinn, globalen Diskussionen und mehr
Dienstag, 31. Mai 2016
Mittwoch, 25. Mai 2016
+8: Die Wahrheit über Namibia
Der Aufenthalt im „Land der Tapferen” geht dem Ende zu. Somit wird es Zeit für ein Fazit. Jenes beinhaltet eine afrikanische Zeitung auf Deutsch, Analysen von Reiserouten und einen wichtige Sache, die ich dazugelernt habe.
Eine Zeitung auf dem Weg in die digitale Welt
Nach drei Monaten bei der „Allgemeinen Zeitung“ in Windhoek ist eines sicher: Mainstream ist das hier nicht. Schon zu Anfang fiel mir auf, dass die Layout-Gestaltung ihresgleichen sucht. Es gibt einigen Verbesserungsbedarf (Homepagedesign, CMS-System, social-media-Arbeit…), aber solange die deutsche Leserschaft weiterhin das Printprodukt ehrt wie in keinem anderen deutschsprachigen Absatzmarkt auf der Welt, ist die AZ save. Und trotz der Dinge, die hier noch verbessern werden müssen, kann ich ehrlich sagen, dass es Spaß gemacht hat durch die vielschichtigen Sportthemen zu hüpfen. Vom sauberen Boxen über verrückte Extremsportler mit Herz bis hin zu komischen Leibesübungen wie Polizeisport, Jukskei, Korbball und Rasenbowling. Langweilig wurde „jsi“ es dank Korruption (eine lokale Spezialität, können die Einheimischen hier wie aus dem Lehrbuch), satirischen Interviews, Unfairness, Trainer am Pranger und was der legendären News mehr sind, nie. Nachdem ich zwei Monate warten musste, wurde mir dann auch die Plattform youtube freigeschalten. Willkommen in der Zukunft! Meine Versuche auf twitter Gefolge zu finden scheiterte allerdings kläglich. Dennoch habe ich hin und wieder tatsächlich Leute getroffen, die meine Artikel gelesen haben. Das war cool. Ich schreibe jetzt auch viel schneller und finde leichter Einstiege in Artikel. Das ist auch cool. Ob sich meine Art und Weise zu schreiben verbessert hat, das dürfen andere Leute bewerten.
Der afrikanische Süden: Touristische Reizüberflutung
Klar, drei Monate sind eine kurze Zeit. Klar, die acht Monate in Südafrika waren eine bisschen längere Zeit. Trotzdem schafft man es einfach nicht alles hier unten mitzunehmen. Abhaken kann ich auf der Bucketlist doch noch ein paar Orte und Sanddünen. Swakopmund, das deutsche Örtchen an der kalten Küste zum Beispiel. Afrikanisches Flair kommt dort nie auf. Dafür sind auf Deutsch singende Luxemburger in Fischrestaurants einfach zu … zu … zu verrückt, um hierher zu gehören. Mit deutschen Reisegruppen nach
Botswana, Simbabwe und in die dazugehörigen Nationalparks zu reisen ist nur mit einer Begleitperson möglich. Alleine? Lieber nicht. Zu … zu … zu gefährlich. Man könnte sich ja am Humor der Mitreisenden stören. Einfach mal die Klappe halten – das Motto. Geschickte Überleitung. Bei wildem Seegang auf dem Atlantik auch besser mal auf Macho-Sprüche verzichten. Es könnte chinesische Übelkeit hageln.
| Dies, das, Delfine |
Da verpasst man glatt Babydelfine. Die Tierwelt ist hier unten eh fantastisch. Da gibt es sogar ohne wilde Leoparden nichts zu meckern. Landschaften sind ebenfalls zu vielfältig, um sie in Worte zu fassen. Manchmal geling das in Bildern. Eine weitere Reise nach hier unten, kann ich indes nicht ausschließen.
Medizinmänner im Liquor Store
Wenn man so eine Reise tut, muss man ohne Frage vorbereitet sein. Medizinisch wie kulturell. Zum Glück wurde ich auf meinem Weg zur Hochzeit im namibischen Norden in Beidem geleh/e/rt, belehrt, ??? diesdas hat mir jemand des gezeigt, weisch? Unsere Reisegruppe bestand aus vielen Bevölkerungsschichten und kulturellen Diversifikationen. Nur in einem Punkt waren wir uns einig. Medizin für die Reise gibt es nur beim Getränkehändler. Was ein Zufall, dass das Bier in diesem Jahr irgendwie seinen 500. Geburtstag feiert. Gibt es bessere Heilungsverfahren als ein „Tafel Lager“? Nein, obwohl die Nebenwirkungen einschneidend sein können. Aber da muss man durch, wenn man Traditionelles in Afrika erleben will. Wieder was gelernt. Tansania steht an. Es bleibt spannend…
Freitag, 20. Mai 2016
+7: Etoscha-Park/Okambara Elephant Lodge
Mal wieder bediene ich hier niedere journalistische Triebe und poste stumpf Bilder. Unter den knapp 30 Pictures sind Impressionen aus der Okamabara Lodge und dem Etoscha Nationalpark. Was ich dazu sagen muss: Zoo-Tiere sind schon unansehnlich, aber „wilde“ Geparden, die genau wissen wie viel Essen sie bekommen, stehen dem in nichts nach. Löwen zu streicheln ist cool, aber irgendwie auch falsch. Das bleibt allerdings auch der einzige negative Punkt … genug geschrieben. Bilder:
Donnerstag, 12. Mai 2016
+6: Eine Hommage an “Manchester United MacGyver“
Lieber Manchester,
wir kennen uns nicht… also besser gesagt: Du kennst mich nicht und ich kenne dich nur aus den Nachrichten. Und ich möchte dir gerne einen Blog-Artikel widmen, auch wenn ich es hasse über Menschen zu schreiben, die jünger sind als ich. Im Grunde möchte ich deinen Eltern schreiben und nicht dir. Aber ich fange mal lieber ganz von vorne an.
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| Quelle: The Sun - Under-20s gear up for Zonal Games |
Vor Wochen schrieb ich einen Spielbericht über den Newspaper Cup (AZ.Sport - Oshana-Team jubelt in Rundu) und war plötzlich völlig von der Rolle. “Manchester United MacGyver flankt präzise auf den Kopf seines Mitspielers“. Sofort stieg Verwirrung in mir auf. Was hat Manchester United mit dem wichtigsten Nachwuchsturnier im namibischen Fußball zu tun? Und viel wichtiger: Wer zum Henker ist MacGyver? Aber man klärte mich auf … das bist du. Dein voller Geburtsname ist tatsächlich Manchester United MacGyver, das Gesetz hier unten macht’s möglich. Es gibt so viel, was ich dich jetzt fragen möchte:
- Weißt du, wo Manchester ist?
- Sind beide Elternteile von dir United Fans oder Serien-Nerds?
- Hast du im Vergleich zu mir schon einmal MacGyver geschaut?
- Wenn ja, ist er dein Vorbild oder ist es ein Spieler von ManUdt?
- Hast du einen Spitznamen?
- Wie heißen deine Geschwister? 1899 TSG Hoffenheim Schwarzenegger? Glasgow Rangers Bear Grylls? TV Bremen-Walle 1875 Les Stroud?
- Sind dir diese schlechten Wortspiele schon oft begegnet?
- Wie wirst du deine Kinder nennen?
- Was steht auf deinem Trikot für ein Kürzel?
- Hat bei Klausuren der Platz beim Namen gereicht?
- Schon mal über eine Filmkarriere nachgedacht?
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| Quelle: etanga - 2016 U20 Namibian Newspaper Cups Squads |
Du wirst das hier wohl niemals lesen, aber ich benutze diesen Text auch nur, um mir die Schuldgefühle vom Herzen zu schreiben. Lieber Manchester, alle doofen Wortspiele tun mir leid. Ein bisschen zumindest. Auf der anderen Seite bist du ein willkommener Joke in der Sportredaktion der AZ. Kein Klassiker wie „Niaaa, Riann, Niiaaaaa!“ oder „Dördoleidus“, aber du bist unter den Top-10. Das wollte ich nur mal gesagt haben und ich hoffe, dass deine Fußballkarriere besser verläuft als meine in Namibia. Falls es doch nicht klappt, Filme über Überlebenskünstler sind immer gefragt.
MfG
FSV Mainz 05 Two and a Half Men Half Amazing
Dienstag, 12. April 2016
+5: 9 Tage Delta & Vic Falls
Ich habe gelesen, dass einige Menschen selbst Twitter für "wortlastig" halten und Bilder immer besser ankommen als alles andere. Somit werde ich diesen Post jenen Kriterien anpassen und die Reise Windhoek, Delta, Chobe, Victoria Falls durch Bilder beschreiben. Vor allem meine Leser ohne Facebook ("Hallo Mama", "Hallo Papa") werden dies hoffentlich zu schätzen wissen. Weiterhin werde ich ein altbekanntes Mittel zurückholen und den Post mit den altbekannten und heiß geliebten „Random Notes“ abschließen.
Random Notes:
- Inka reagiert beim Einreisen in Diktaturen allergisch
- Nicht die Küche macht das Essen, sondern der Koch
- Ein Buch kann fesselnder sein als Game Drive mit Löwen
- „Tomorrow is another day“
- Ein englisches Warzenschwein namens Phillip
- Reis kann kaputte Kameras retten
- Das Okavango Delta ist flach wie meine Witze
- In Rundu werden Lodges auch mal überflutet
- Frage der Woche: Wo lädt ein Bushman sein Handy auf? Wie heißt er auf Twitter?
- „Tomorrow is another day“
- “Welche Aktivität wollt ihr heute machen?” „Drei!“
- Simbabwe ist eine Diktatur und ich hielt meinen inneren Jan Böhmermann in mir zurück als ich dieses Land besuchte
- „We got to keep going“
- Amerikaner wissen alles
- Vokabel-Test: Gibt es das Wort „nasser“? Wird es durch die Victoria Falls definiert?
- „Tomorrow is another day“
- Dieser Moment, wenn ein deutsche Touristen an der Grenze zu Botswana plötzlich Setswana sprechen können
- James Milner und Steve Gerrard
- Mein Versuch Milliardär zu werden scheiterte an 1 US $
- Eine Spiegelreflex macht dich zwar zum Hipster, aber nicht zum Peter Lik
- Gin und Tonic hilft gegen alles
- „Tomorrow is another day“
| Soll man zur Beute werden, wie viel besser, dem Löwen zuzufallen als dem Wolf. |
![]() |
| SPLASH! |
| Was man sich als Touri nicht alles antut |
| Ein Bauer ohne Büffel ist wie ein Kaufmann ohne Kapital. |
| Das ist doch mal ein schönes Bild |
| "Zebras sind Esel für Arme nur in schön." |
| "Vögel sind für Nerds!" |
| Mein Lieblingsbaum |
| Die Fälle von unten: Auch ansehnlich, aber nasser |
| Im Einklang mit der Natur - das ist die wahre Definition von Nachhaltigkeit |
| Wahrhafte Führer werden kaum verspürt? |
| "Impalas sind für Nerds, die schlimmer sind als Volgel-Nerds." |
| Okavango Delta im Mokoro |
| Bildgestaltung 1 lässt grüßen |
| Beispielbild: schöne Lodge 2 |
| ... mit einer Schleuder... |
| ... und auf komisch arrangierten Straßennamen. |
| Windhoek mal ausnhamsweise in schön |
Random Notes:
- Inka reagiert beim Einreisen in Diktaturen allergisch
- Nicht die Küche macht das Essen, sondern der Koch
- Ein Buch kann fesselnder sein als Game Drive mit Löwen
- „Tomorrow is another day“
- Ein englisches Warzenschwein namens Phillip
- Reis kann kaputte Kameras retten
- Das Okavango Delta ist flach wie meine Witze
- In Rundu werden Lodges auch mal überflutet
- Frage der Woche: Wo lädt ein Bushman sein Handy auf? Wie heißt er auf Twitter?
- „Tomorrow is another day“
- “Welche Aktivität wollt ihr heute machen?” „Drei!“
- Simbabwe ist eine Diktatur und ich hielt meinen inneren Jan Böhmermann in mir zurück als ich dieses Land besuchte
- „We got to keep going“
- Amerikaner wissen alles
- Vokabel-Test: Gibt es das Wort „nasser“? Wird es durch die Victoria Falls definiert?
- „Tomorrow is another day“
- Dieser Moment, wenn ein deutsche Touristen an der Grenze zu Botswana plötzlich Setswana sprechen können
- James Milner und Steve Gerrard
- Mein Versuch Milliardär zu werden scheiterte an 1 US $
- Eine Spiegelreflex macht dich zwar zum Hipster, aber nicht zum Peter Lik
- Gin und Tonic hilft gegen alles
- „Tomorrow is another day“
Montag, 28. März 2016
+4: The Executioner – der boxende Taxifahrer
… das Leben eines Schwaben in Namibia könnte so einfach
sein…
Essen, Klamotten, Transportwesen, Reisen, Unterkünfte – alles super
billig! Für uns süße Schnäppchen-Suchende aus dem Süden ein wahres Paradies. Aber
die Bausparvertrag-ist-das-wichtigste-Lebenseinstellung kann durchaus seine
Nachteile haben. Da fängt man an nach Taxifahrten „einmal quer durch die Stadt“
für umgerechnet 1,50 Euro um den Preis zu feilschen. Läden in der Mall, die
annährend europäische Billig-Preise anbieten, meidet der gemeine Süddeutsche
und sucht nach DEM SCHNÄPPCHEN. Da ist dem gewöhnlichen Schwaben kein Mittel zu
schade. Wer den namibischen Dollar nicht ehrt, der ist auch richtiges Geld
nicht wert.
Meine erbsenzählerische Strategie werde ich nach diesem
Wochenende aber gehörig überdenken. Die innere, geizige Maultasche in mir muss
ich schnellstmöglich loswerden. In der Hauptstadt Namibias treibt nämlich ein
Henker sein Unwesen. Frei nach Midnight Meat Train fährt der Executioner im
Taxi seine Runden durch die Stadt. Wenn er damit fertig ist, schlägt Walter
Kautondokwa in der ersten Runde von Boxkämpfen Gegner KO. Der gute Walter
ist nämlich ein ganz einzigartiger Zeitgenosse: ein taxifahrender Profi-Boxer. Sein
Kampfrekord: 11 Kämpfe, 11 Siege, 8 durch KO. Da sind schon erfahrenere
Feilscher als ich untergegangen.
Unser erstes Treffen kurz chronologisch
zusammengefasst:
… Vorhang auf …
Venue: Windhoek Country Club
Anlass: 26th
Independence Celebration der Boxing und Fitness Akademie „Sunshine Production” am
26.03.2016
Das Bühnenbild zeigt einen Raum, in dessen Mitte ein Boxring
steht. Um den Ring Stühle und Tische mit – zumeist schwarzen – Zuschauern. Ein
paar weiße Gesichter lassen sich ebenfalls blicken. Auch die High Society ist
dabei: Diplomaten, Promoter, Luder (darf man das so schreiben? Oder heißt es
„zwischen-den-Runden-unnötig-hochhaltende-Schilder-Frau“), Sportler, Mafiosos
und was der Boxfans mehr sind.
Uhrzeit: 20:57 Uhr
| Felix Mwamaso im Nirvana, oder besser: Dieser Moment, wenn du am Ostermontag arbeiten musst. |
![]() |
| Unverhandelbar: The Executioner bei der Arbeit |
Runde ist der Arbeitstag der beiden Athleten vorbei. Der Henker richtet zum elften Mal im elften Kampf seinen Gegner fast zu Tode. Der Country Club bebt. Das Publikum huldigt seinen Henker mit Wonne. Mittelgewichtler Walter „The Executioner“ Kautondokwa macht seinem Namen in diesen Momenten alle Ehre. Der Richter und sein Henker? Kautondokwa ist heute beides in einer Person. Einen Kampf gab es nicht. Es war lediglich ein Scharfrichter, der seine Arbeit grundsolide und ohne zu zögern ausführt. Hände nach oben, Applaus für den Sieger. Ein kurzes Lächeln umspielt seine harten, kantigen Gesichtszüge, bevor der Executioner wieder unverhandelbar wirkt.
| Des Todes: Mwamasos letzter, flehender Blick gen Himmel |
Uhrzeit: 21:00 Uhr
Ein bleicher, weißer Fotograf kratzt sich am Kopf. „Hat er
ein Taxameter?“, denkt sich der Schwabe kopfschüttelnd. Um ihn herum tobt die
Menge und feiert ihren namibischen Box-Henker. „Jetzt lachen sie noch“,
sinniert der Süddeutsche. „Die sind wohl noch nie in seinem Taxi gelandet.“
… Einschub …
… Einschub …
![]() |
| Zu Boden gebracht: Herausforderer hat Allan Kamote (TAN) gegen Blue Machine Indongo (NAM) wenig Chancen |
… die Analyse der Ausweglosigkeit …
- Steigst du aus, machst du dich a) lächerlich („Was ist das für ein Typ? Steigt ein und wieder aus … peinlich“) und/oder b) der Executioner wird sauer, weil ihm sein Geschäft durch die Lappen geht. Dann kann es gut sein, dass er, nachdem du ausgestiegen bist, seinem Hauptberuf nachgeht und dir gehörig eins auf den Deckel gibt. Fazit: schlechte Chancen für Normalsterbliche
- Du sagst ihm wo du hin willst. So ungefähr. Nicht die genaue Adresse, weil sonst weiß er, wo dein Haus wohnt. Das möchtest du auch nicht. Er fährt und du sagst keinen Ton. Jede falsche Bemerkung könnte er gegen dich verwenden – psychisch wie physisch. Angekommen, fragst du ihn höflichst nach dem Preis und auch wenn dieser viel zu hoch (auf schwäbisch: n paar Cent mehr) ist, bezahlst du ohne Murren. Fazit: sehr erfolgversprechend, allerdings muss man vom Ausstiegspunkt noch nach Hause laufen
- Pffff, ein dummer Boxer! Den steckst du rhetorisch und mit mehr Gehirnzellen ausgestattet in die Intellektuelle-Tasche. Du redest ihn in Grund und Boden. Erklärst ihm die neusten Techniken seines eigenen Sports und gibst dich als Experten aus. Boxen wurde damals in Europa erfunden – das macht dich zum Chef! Er Nichts! Vor deinem Gate angekommen wirfst du ihm seine 20 Tacken hin und machst dich schnell auf den Weg nach drinnen. Fazit: du bist angekommen. Glückwunsch! Ziel ist vorerst erreicht. Verfolgungswahn könnte allerdings folgen.
- Du benimmst dich wie ein waschechter Gauner. Ein Schwabe sondergleichen, wenn man so will. Dein Englisch schmückst du mit unübersetzbaren Ausdrücken wie „Everybody does as he pleases“ oder „What’s goes?!“. Am Ende bleibt dir nichts anderes übrig als dich über den Preis der Fahrt zu beschweren. Dann heißt es: Round 1, Fight! Fazit: Das ist ein richtiger Badass-Move, der viel Positives birgt. Du bekommst die Chance – im wahrsten Sinne des Wortes – um den Preis zu kämpfen. Kannst du der Erste sein? Kannst du den Henker schlagen?
- Ein netter Plausch hat noch keinem geschadet, denkst du dir.
Man sollte auch Henkern mit gewissem Respekt begegnen. Ein guter Vorsatz. Du
bemerkst, dass der Walter doch nicht ein solches Monstrum ist. Genial, ein neuer
Freund, der dich auch mal im Township beschützen kann. Aber das Fazit bleibt
negativ behaftet: Klasse! Du findest einen neuen Freund, aber das ist mit
enormen Pflichten verbunden. Willst du wirklich der Trainingseinladung
nachgehen? Kannst du dich mit deinen neuen Freunden bei Barschlägereien
behaupten?
… Zusammenfassung …
| Ende |
Mittwoch, 16. März 2016
+3: Für 45 Minuten erstklassig
In meiner Zeit auf diesem wunderschönen Kontinent musste ich schon einige Rückschläge hinnehmen. Die Schlappe von gestern zählt mit zu den größten Pleiten und bedeutet das Ende eines Lebenstraums von mir. Immerhin kann ich mir 45 Minuten erstklassigen Fußball aufs Resümee schreiben, aber das ist nur ein kleiner Trost.
Von Anfang an: Als Ulmer-Fußballfan wünscht man sich nichts sehnlicher als an die guten alten Zeiten anzuknüpfen. Erstklassigkeit – das Wort aus dem Träume gemacht sind. Nur sieht es für die Kicker aus der Donaustadt aktuell nicht wirklich nach Oberhaus aus. Zwar geht es bergauf, aber ganz oben ist gegenwartsnah unerreichbar. Da muss man als Fan ganz egoistisch sein und selbst für Abhilfe sorgen. Umso mehr ging mir das Sportlerherz auf, als sich mir die Chance auf Erstklassigkeit bot. Die Orlando Pirates, aktuell Tabellendritter in der namibischen Fußball Premier League, ließen sich nicht bitten und luden mich zum Probetraining ein. Mit brandneuen Nike Schuhen im Gepäck machte ich mich auf ins Sam Nujoma Stadion, das im Stadtteil Katutura (historisch bekannt als ein ehemaliges Township, das in den 1950er Jahren im Rahmen der südafrikanischen Apartheidspolitik entstanden ist) liegt. Townshipflair vermittelte auch der Taxifahrer, mit dem ich mich noch wegen des Weges zum Stadion stritt. Er auf seiner, ich auf meiner Sprache. Vereint in Unwissenheit, da wir beide den Weg zum Stadion nicht kannten. #Berg
Endlich angekommen ging es auch gleich zur Sache. Kurzes Aufwärmen und dann 9 gegen 9 „high intensity“. Natürlich ignorierten mich die anderen 17 ballverliebten Schwarzafrikaner auf der linken Außenbahn. Bekam ich mal die Pille tunnelte ich souverän, spielte durchaus tödliche Pässe und lupfte den Ball aus 30 Metern gefährlich in Richtung Kasten. In den letzten Sekunden des Spiels klärte der verdammte Abwehrspieler meinen Traumtorversuch auf der Linie. Abpfiff, Trainingsende, 45 Minuten auf Premier League Niveau mitgehalten.
Die Ernüchterung folgte Augenblicke später. Der Knöchel am rechten Fuß dick wie ein Baseball. Humpeln als einzige Fortbewegungsmöglichkeit. Das Umknicken ohne Gegnereinwirkung aus dem ersten Abschnitt des Spiels, ich hielt es für rausgelaufen, hat meine Außenbänder doch wieder in Mitleidenschaft gezogen. Die alte Schwachstelle macht mir also wieder zu schaffen und die niederschmetternde Diagnose lautet Bänderanriss. Das erste Training in der Premier League bleibt auch das letzte Übungsprogramm der Erstklassigkeit.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich eine Sache hasse wie die Pest: verlieren. Egal in was ich unterlegen bin, es macht mich verrückt. Sport, Brettspiele, Tippen von Ergebnissen, Quizduells und was der Dinge, in denen man verlieren kann mehr sind. Ich kann das nicht ab! Jetzt muss ich mir vorwerfen lassen, dass ich gegen mich selbst und mein Ego verloren habe. Ich war sicher, dass ich die Herausforderung (Halb)„Profi“-Sport meistern kann. Ich dachte, dass Fußball mir und meinen geschundenen Bändern mehr entgegenkommt. Ich glaubte, dass mein Streben nach sportlichen Höchstleistungen hier unten in Afrika richtig Fahrt aufnehmen könnte. Jetzt muss ich damit klarkommen, dass das eben nicht der Fall ist.
Manche Menschen sagen jetzt zu mir: „Hey, ich hab’s dir schon immer gesagt. Hättest es mal gelassen“ Das zählt aber für mich und meinen Charakter nicht. Erfahrungswerte sammelst du selbst, du bekommst sie nicht vermittelt. Zum vierten Mal in meinem Leben sitze ich deswegen mehr als zu laufen und schaue gequält durch die Gegend, während unten am Knöchel jeder Herzschlag zu spüren ist. Insbesondere wenn man in einer Sportredaktion arbeitet, ist es mental sehr enttäuschend verletzt zu sein. Besonders Nachdruck verleiht die Tatsache, dass man über die Menschen berichtet mit denen man gestern noch trainiert hat. Das ist bitter.
Nun sollte man einen solch betrüblichen Blogeintrag mit etwas Positivem abschließen. Dementsprechend blicke ich voraus auf eine Reiseroute, die sich gewaschen hat: Okavango Delta und Victoria Falls stehen für Anfang April auf dem Programm. Bis dahin sollte ich wieder einigermaßen laufen können. Wegen „wenn ‘s schlecht läuft, dann läuft ‘s schlecht“ muss ich hingegen damit enden, dass sich mein Retainer (dieses kieferorthopädische „Meisterwerk“) wieder einmal vom Unterkiefer löst und ich in naher Zukunft deswegen einen Zahnarzt aufsuchen muss. In diesem Sinne … !!11!11!!!
Von Anfang an: Als Ulmer-Fußballfan wünscht man sich nichts sehnlicher als an die guten alten Zeiten anzuknüpfen. Erstklassigkeit – das Wort aus dem Träume gemacht sind. Nur sieht es für die Kicker aus der Donaustadt aktuell nicht wirklich nach Oberhaus aus. Zwar geht es bergauf, aber ganz oben ist gegenwartsnah unerreichbar. Da muss man als Fan ganz egoistisch sein und selbst für Abhilfe sorgen. Umso mehr ging mir das Sportlerherz auf, als sich mir die Chance auf Erstklassigkeit bot. Die Orlando Pirates, aktuell Tabellendritter in der namibischen Fußball Premier League, ließen sich nicht bitten und luden mich zum Probetraining ein. Mit brandneuen Nike Schuhen im Gepäck machte ich mich auf ins Sam Nujoma Stadion, das im Stadtteil Katutura (historisch bekannt als ein ehemaliges Township, das in den 1950er Jahren im Rahmen der südafrikanischen Apartheidspolitik entstanden ist) liegt. Townshipflair vermittelte auch der Taxifahrer, mit dem ich mich noch wegen des Weges zum Stadion stritt. Er auf seiner, ich auf meiner Sprache. Vereint in Unwissenheit, da wir beide den Weg zum Stadion nicht kannten. #Berg
Endlich angekommen ging es auch gleich zur Sache. Kurzes Aufwärmen und dann 9 gegen 9 „high intensity“. Natürlich ignorierten mich die anderen 17 ballverliebten Schwarzafrikaner auf der linken Außenbahn. Bekam ich mal die Pille tunnelte ich souverän, spielte durchaus tödliche Pässe und lupfte den Ball aus 30 Metern gefährlich in Richtung Kasten. In den letzten Sekunden des Spiels klärte der verdammte Abwehrspieler meinen Traumtorversuch auf der Linie. Abpfiff, Trainingsende, 45 Minuten auf Premier League Niveau mitgehalten.
Die Ernüchterung folgte Augenblicke später. Der Knöchel am rechten Fuß dick wie ein Baseball. Humpeln als einzige Fortbewegungsmöglichkeit. Das Umknicken ohne Gegnereinwirkung aus dem ersten Abschnitt des Spiels, ich hielt es für rausgelaufen, hat meine Außenbänder doch wieder in Mitleidenschaft gezogen. Die alte Schwachstelle macht mir also wieder zu schaffen und die niederschmetternde Diagnose lautet Bänderanriss. Das erste Training in der Premier League bleibt auch das letzte Übungsprogramm der Erstklassigkeit.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich eine Sache hasse wie die Pest: verlieren. Egal in was ich unterlegen bin, es macht mich verrückt. Sport, Brettspiele, Tippen von Ergebnissen, Quizduells und was der Dinge, in denen man verlieren kann mehr sind. Ich kann das nicht ab! Jetzt muss ich mir vorwerfen lassen, dass ich gegen mich selbst und mein Ego verloren habe. Ich war sicher, dass ich die Herausforderung (Halb)„Profi“-Sport meistern kann. Ich dachte, dass Fußball mir und meinen geschundenen Bändern mehr entgegenkommt. Ich glaubte, dass mein Streben nach sportlichen Höchstleistungen hier unten in Afrika richtig Fahrt aufnehmen könnte. Jetzt muss ich damit klarkommen, dass das eben nicht der Fall ist.
Manche Menschen sagen jetzt zu mir: „Hey, ich hab’s dir schon immer gesagt. Hättest es mal gelassen“ Das zählt aber für mich und meinen Charakter nicht. Erfahrungswerte sammelst du selbst, du bekommst sie nicht vermittelt. Zum vierten Mal in meinem Leben sitze ich deswegen mehr als zu laufen und schaue gequält durch die Gegend, während unten am Knöchel jeder Herzschlag zu spüren ist. Insbesondere wenn man in einer Sportredaktion arbeitet, ist es mental sehr enttäuschend verletzt zu sein. Besonders Nachdruck verleiht die Tatsache, dass man über die Menschen berichtet mit denen man gestern noch trainiert hat. Das ist bitter.
Nun sollte man einen solch betrüblichen Blogeintrag mit etwas Positivem abschließen. Dementsprechend blicke ich voraus auf eine Reiseroute, die sich gewaschen hat: Okavango Delta und Victoria Falls stehen für Anfang April auf dem Programm. Bis dahin sollte ich wieder einigermaßen laufen können. Wegen „wenn ‘s schlecht läuft, dann läuft ‘s schlecht“ muss ich hingegen damit enden, dass sich mein Retainer (dieses kieferorthopädische „Meisterwerk“) wieder einmal vom Unterkiefer löst und ich in naher Zukunft deswegen einen Zahnarzt aufsuchen muss. In diesem Sinne … !!11!11!!!
Donnerstag, 10. März 2016
Gesucht: junger Torhüter mit Weltformat
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| (Quelle: NamibiaFootballAssociation) |
Walvis Bay/Windhoek (jsi) – Als Interimstrainer hast du es nicht leicht. Du musst den Job von deinem Coach - der Vorgesetzte, den du dich in keiner Weise zu hinterfragen traust – übernehmen. Du darfst aber auch nichts selbst machen. Man ist ja nur vorübergehend da. In einem solchen Chaos der Gefühle kann man schon mal wichtige Dinge vergessen. Insbesondere wenn man in einer Großstadt wie Windhoek wohnt. Einer Stadt in der das Nachtleben pulsiert wie auf einer Piazza auf dem Gottmadinger Wochenmarkt.
Kein Wunder also, dass die Kaderplanung für das seit Monaten angekündigte U-17 Nachwuchsturnier leicht aus den Fugen geraten ist. Das Vier-Nationenturnier ist DER Ort für Nachwuchstalente, aber der namibische Verband hat ein Problem. Für die Duelle gegen Ghana, Südafrika und die Landesauswahl aus Nordrhein-Westfalen (AZ berichtete) fehlt eine klitzekleine Wenigkeit: ein TORHÜTER!!!11!!111! „Das darf doch nicht wahr sein“, dachte sich Übergangslösung Timo Tjongarero bei seiner fünfundzwanzigsten Einheit. „Ich habe ja gar keinen Goalie.“ Nüchtern betrachtet muss man froh sein über das geballte Fußballwissen und die schnelle Auffassungsgabe von Coach Tjongarero.
Der afrikanische Fußballer ist ja seit je her selbstverliebt, achtet nur auf sich, den Ball und seine glänzenden Schuhe. Platz für andere Dinge als das nächste große Mega-Lionel-Ronaldo-Messi-Ibrahimović-Heiko-Westermann-Dribbling bleibt nicht. Der Eigensinn als Lebenssinn. Nach der einhundertundelften Session im Training blickte Tjongarero auf - so sagen es zumindest Quellen der AZ - und, von der Sonne geblendet, wendete er sich dem Freundschaftsspiel seines Teams beim Spielstand von 12:11 in der vierten Minute kurz ab. Der Schreck! Hinter seiner Abwehrreihe, ganz fern, weit weit weg in den Untiefen des satt-grünen Kunstrasens sah er es: das leere Tor. Hektisch blättert der Fußballguru in seinen Aufschrieben. Panisch ruft er seine Staff-Members zusammen. Teampsychologe, Chefkoch, Biokinetiker, Physiotherapeut, Psychologe des Chefkochs, Social-Media-Experte, Wasserträger des Biokinetikers, Medienrechtsprofessor, IT-Organisator und der Social-Media-Experte des Psychologen des Chefkochs eilen herbei. Aber keiner weiß wo, geschweige denn was ein Torhüter ist. Fieberhaft wird diskutiert, während die Mannschaft auf dem Feld das 112:178 bejubelt (Torschütze #9 Uiseb Terdius, Minute 8). Einer findet die Kaderplanung. Spieler mit dem Kürzel „TW“ gibt es nicht. Das Trikot mit der Nummer 1 ist auch nicht vergeben.
Kurz vor dem größten Turnier des Jahres der Eklat beim U-17 Team, das liebevoll „Baby Warriors“ genannt wird. Keiner kann das Tor hüten und keiner hat „ganz ehrlich“ Bock drauf. Die Devise nach der sekundenlagen Diskussion: der Chefkoch soll eine Pressemitteilung rausschicken. Alle Medienvertreter sollen die Nachricht vom torhüterlosen Kader bekommen. Vielleicht gibt es ja draußen in der Welt der deutschsprachigen Namibier einen Oliver Khan. Der Medienrechtsprofessor des Wasserträgers hat den Zugang zur nationalen Website der Fußball Föderation. Auch hier soll der Aufruf rein. Alles inklusive der Handynummer des „Youth Team Coordinators“, falls jemand einen Torhüter durch die Stadt laufen sieht und diesen von der Straße holen will. (Ein Aufruf auch von meiner Seite: falls jemand einen Torwart mit namibischem Pass erkennt, am besten noch Jahrgang 2000 oder jünger, meldet euch umgehend bei Jakes ‘Hunter‘ Amaning Tel. +264 8124 02 404)
Es ist ja noch ein bisschen Zeit bevor das wichtigste Turnier in diesem Kalenderjahr stattfindet. Am Unabhängigkeitswochenende (19. bis 24. März) ist das Vier-Nationen-Turnier angesetzt. Vielleicht findet das Team bis dahin ja noch einen Wärter des Kastens. Ob es ihnen zu gönnen wäre, bleibt eine andere Frage.
Donnerstag, 3. März 2016
Kakteen klauen Windhoeks Einwohnern Wasser
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| Quelle: Republikein (Maandag | 29 Februarie 2016) |
Die Vorgeschichte:
AZ - Kakteen gerodet (2016-02-09)
AZ - Kampf gegen nicht heimische Kakteen (2016-01-12)
AZ - Die fremden Invasoren (2015-12-01)
Mittwoch, 2. März 2016
+2: Helden mit Bleistift und Lineal
Helden mit Bleistift und Lineal – so könnte ein „digital Native“ die Mitarbeiter einer einzigartigen Redaktion in Windhoek, Namibia nennen. Was sofort auffällt ist: hier treffen Welten aufeinander. Auf der einen Seite sitzt man vor einem PC, schreibt Artikel, recherchiert mit mehr oder weniger schnellem Internet, schaut sich um und sieht sich in einem Newsroom mit unzähligen Bildschirmen, TVs und Technik wieder. Ganz normal denkt sich der junge Student des Journalismus. Auf der anderen Seite ist das Arbeiten rund um das Print-Endprodukt alles andere als mainstream. Das End-Format ist weder DIN A3 noch DIN A4. Irgendwas so dazwischen. Platz, Geld oder so sind die Gründe. Apropos Umlaute, die sind auf meiner englischen Tastatur leider nicht vertreten und ich bemuehe mich die Tastenkombinationen jener, strikt der germanischen Sprachen vorbehaltenen, Unart auswendig zu lernen (Alt+132 = ä; Alt+148=ö; Alt+129=ü).
Darueber hinaus ist auch das y nicht dort wo es sein soll und es aergert mich sehr, dass das z auch nicht da ist, wo ich es auf einer Eingabeeinheit erwarten wuerde. Finden und Suchen - Suchen und Finden, heißt da das Motto.
Aber zurück zu den Helden mit Bleistift und Lineal, unabdingbar verbunden mit ihrer anti-mainstream Arbeitsweise. Um die weder A4 noch A3 Zeitung zu füllen, braucht es ein ausgeklügeltes Lazout-Szstem (sorriiiyyy, Tastatur isch verdraaaeeehhht = z->y; y->z) ... Layout-System!!!1!!1! Was wäre also einfacher als die Zeitung per Hand auszurechnen und Zeilen zu zählen bis der Taschenrechner raucht? Rhetorische Frage!!!111!!
Somit staunt der gemeine Student nicht schlecht, als seine Kollegen - wenn man so sagen will - vom Reisbrett aus das Layout der Zeitung entwerfen. Ein Strich hier, ein Stricht da und fertig ist das Blatt von morgen. "Das könnte sogar einzigartig auf der ganzen Welt sein," lässt sich ein Mitarbeiter zitieren (oder auch nicht ... hab' ihn nicht gefragt, ob ich das Verbreitungsrecht seines, mündlich vorhandenen, Werkes besitze oder nicht. Ich appelliere auf B(l)eiwerk)
Physikalische Formeln sind nichts gegen die Schrödinger-Katzen-Gleichungen, die in der AZ-Redaktion gang und gäbe sind. Layouten schwer gemacht! Das ist aktuell aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich nach zwei Tagen Arbeit zu äußern weiß (Tastenkombination für ß: Alt+225). Stories über Sport sind einfach ein Metier für vitale journalistische Beasts wie mich.
Der lokale Aspekt ist insbesondere hier in der Klein-Hauptstadt Windhoek an der Tagesordnung. Mit viel Charme ausgestattet gehen viele Meldungen über meinen Tisch bzw. durch meine Tastatur und mein Herzblut, welches ganz im Rausch des Sportjournalismus schlägt. Vom blinden Paralympioniken, der im September in Rio nach Gold für Namibia greift, über Fußball-Nachwuchsturniere mit internationalem Flair bis hin zu Präsidenten des lokalen Darts Verbandes, die gegen das schlechte Image der Bar-Suff-neium-Sportart kämpfen. „Let’s make Darts great again!“ … ah nneee falscher Slogan … „Let’s make darts the number one loved sport in the country.“
Genug aber von den Internas der Redaktion! (jetzt vielleicht noch ein geiler Schlusssatz, aber geht im Grunde auch ohne)
Darueber hinaus ist auch das y nicht dort wo es sein soll und es aergert mich sehr, dass das z auch nicht da ist, wo ich es auf einer Eingabeeinheit erwarten wuerde. Finden und Suchen - Suchen und Finden, heißt da das Motto.
Aber zurück zu den Helden mit Bleistift und Lineal, unabdingbar verbunden mit ihrer anti-mainstream Arbeitsweise. Um die weder A4 noch A3 Zeitung zu füllen, braucht es ein ausgeklügeltes Lazout-Szstem (sorriiiyyy, Tastatur isch verdraaaeeehhht = z->y; y->z) ... Layout-System!!!1!!1! Was wäre also einfacher als die Zeitung per Hand auszurechnen und Zeilen zu zählen bis der Taschenrechner raucht? Rhetorische Frage!!!111!!
Somit staunt der gemeine Student nicht schlecht, als seine Kollegen - wenn man so sagen will - vom Reisbrett aus das Layout der Zeitung entwerfen. Ein Strich hier, ein Stricht da und fertig ist das Blatt von morgen. "Das könnte sogar einzigartig auf der ganzen Welt sein," lässt sich ein Mitarbeiter zitieren (oder auch nicht ... hab' ihn nicht gefragt, ob ich das Verbreitungsrecht seines, mündlich vorhandenen, Werkes besitze oder nicht. Ich appelliere auf B(l)eiwerk)
Physikalische Formeln sind nichts gegen die Schrödinger-Katzen-Gleichungen, die in der AZ-Redaktion gang und gäbe sind. Layouten schwer gemacht! Das ist aktuell aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich nach zwei Tagen Arbeit zu äußern weiß (Tastenkombination für ß: Alt+225). Stories über Sport sind einfach ein Metier für vitale journalistische Beasts wie mich.
Der lokale Aspekt ist insbesondere hier in der Klein-Hauptstadt Windhoek an der Tagesordnung. Mit viel Charme ausgestattet gehen viele Meldungen über meinen Tisch bzw. durch meine Tastatur und mein Herzblut, welches ganz im Rausch des Sportjournalismus schlägt. Vom blinden Paralympioniken, der im September in Rio nach Gold für Namibia greift, über Fußball-Nachwuchsturniere mit internationalem Flair bis hin zu Präsidenten des lokalen Darts Verbandes, die gegen das schlechte Image der Bar-Suff-neium-Sportart kämpfen. „Let’s make Darts great again!“ … ah nneee falscher Slogan … „Let’s make darts the number one loved sport in the country.“
Genug aber von den Internas der Redaktion! (jetzt vielleicht noch ein geiler Schlusssatz, aber geht im Grunde auch ohne)
Sonntag, 28. Februar 2016
+1: Hin zum Flughafen
Hallo Leute,
ich begrüße euch zur ersten echten Etappe auf meiner neuen Reise. Diese Etappe nenne ich einfach mal so „Hin zum Flughafen“. Ich muss euch echt sagen, dass ich volle Kanne aufgeregt bin. Ich bin schon echt oft geflogen so, aber noch NIE NIE NIE nach Namibia.
Jetzt frage ich mich natürlich: Wie ist so das Fliegen nach Namibia? Gibt’s da so Besonderheiten? Was muss ich wissen so über die Leute da im Flieger? Wenn ihr da so was wisst, könnt ihr das bitte bitte unten in die Kommentare schreiben? Das wäre soooooo nett. Würde mir sehr helfen beim Click-Bating… ähhh beim Lösen meiner weltbewegenden Probleme, wollte ich schreiben.
Warum löschst du den falschen Satz nicht einfach, fragt ihr euch??? Naja, also ich will meinen Beitrag schreiben wie ich denke und das ist manchmal unkoordiniert und komiccchhhhhhhh. Habt ihr damit ein Problem? Wenn ja, dann sendet mir doch einen Videobeitrag - nicht unter 4 Minuten - mit ganz vielen Jump-Cuts, welches ihr mir dann unter @jjsill twittert oder mir direkt an meinen youtube-Kanal JJSilkful schickt.
Aber mal weg von meinen social media feeds und euren Fragen…. Wobei eine Frage gab es unter dem letzten Post und zwar von @KevinVfB. Er wollte wissen, ob Namibia in Afrika oder im Sudan ist. @@KevinVfB: Ich weiß es auch nicht so richtig, sorry. Falls jemand von euch das weiß, wäre super lieb, wenn ihr die Antwort via instagram posten könntet und mich (jjsillk) darin verlinkt.
Aber genug Werbung für den heutigen Post, der euch von elbsport.com präsentiert wird – der Nr.1 Sportwebsite in Magdeburg. Ich fliege also weit weg. Dachte ich zumindest. Weil anscheinend ändert sich gar nicht die Zeitzone. Ich dacht‘ immer, dass wenn man so weit fliegt, dass die Zeit auch fliegt und dann irgwie andres is. Wohl ned so richtig.
Deswegen bin ich auch nicht sicher, ob sich das Wetter ändert. Weil wenn da unten Winterzeit ist, dann ist doch da auch Winter. Das MUSS stimmen, weil ich hab' das in einem Internet-Forum gelesen.
Vor Krankheiten habe ich übrigens keine Angst, weil ich vertraue da ebenfalls dem Internet und in diesem Bild kann man sehen, dass ich immun gegen diese schlimmen Krankheiten bin.
Das Internet sag weiterhin, dass man in Namibia auch keine neue Sprache lernen muss. Dieses Land ist nämlich voll deutsch. Also irgendwie wie Malle nur noch weiter weg. Da frage ich mich nur, warum das Saarland noch zu diesen Bundesländern gehört und Malle und Namibia nicht. Finde ich komisch. Hat das was mit Preußen zu tun? (Schreibt das mal in die Kommentare, falls ihr da was Näheres wisst)
Zum Abschluss des Posts noch ein paar Zitate vom Kanzler von Namibia. Der heißt Hage Geingob und der sagt:
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."
"Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll."
"Man könnt' erzogene Kinder gebären, wenn die Eltern erzogen wären."
ich begrüße euch zur ersten echten Etappe auf meiner neuen Reise. Diese Etappe nenne ich einfach mal so „Hin zum Flughafen“. Ich muss euch echt sagen, dass ich volle Kanne aufgeregt bin. Ich bin schon echt oft geflogen so, aber noch NIE NIE NIE nach Namibia.
Jetzt frage ich mich natürlich: Wie ist so das Fliegen nach Namibia? Gibt’s da so Besonderheiten? Was muss ich wissen so über die Leute da im Flieger? Wenn ihr da so was wisst, könnt ihr das bitte bitte unten in die Kommentare schreiben? Das wäre soooooo nett. Würde mir sehr helfen beim Click-Bating… ähhh beim Lösen meiner weltbewegenden Probleme, wollte ich schreiben.
Warum löschst du den falschen Satz nicht einfach, fragt ihr euch??? Naja, also ich will meinen Beitrag schreiben wie ich denke und das ist manchmal unkoordiniert und komiccchhhhhhhh. Habt ihr damit ein Problem? Wenn ja, dann sendet mir doch einen Videobeitrag - nicht unter 4 Minuten - mit ganz vielen Jump-Cuts, welches ihr mir dann unter @jjsill twittert oder mir direkt an meinen youtube-Kanal JJSilkful schickt.
Aber mal weg von meinen social media feeds und euren Fragen…. Wobei eine Frage gab es unter dem letzten Post und zwar von @KevinVfB. Er wollte wissen, ob Namibia in Afrika oder im Sudan ist. @@KevinVfB: Ich weiß es auch nicht so richtig, sorry. Falls jemand von euch das weiß, wäre super lieb, wenn ihr die Antwort via instagram posten könntet und mich (jjsillk) darin verlinkt.
Aber genug Werbung für den heutigen Post, der euch von elbsport.com präsentiert wird – der Nr.1 Sportwebsite in Magdeburg. Ich fliege also weit weg. Dachte ich zumindest. Weil anscheinend ändert sich gar nicht die Zeitzone. Ich dacht‘ immer, dass wenn man so weit fliegt, dass die Zeit auch fliegt und dann irgwie andres is. Wohl ned so richtig.
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| Laut dieser Quelle kann ich gar nicht krank werden. |
Vor Krankheiten habe ich übrigens keine Angst, weil ich vertraue da ebenfalls dem Internet und in diesem Bild kann man sehen, dass ich immun gegen diese schlimmen Krankheiten bin.
Das Internet sag weiterhin, dass man in Namibia auch keine neue Sprache lernen muss. Dieses Land ist nämlich voll deutsch. Also irgendwie wie Malle nur noch weiter weg. Da frage ich mich nur, warum das Saarland noch zu diesen Bundesländern gehört und Malle und Namibia nicht. Finde ich komisch. Hat das was mit Preußen zu tun? (Schreibt das mal in die Kommentare, falls ihr da was Näheres wisst)
Zum Abschluss des Posts noch ein paar Zitate vom Kanzler von Namibia. Der heißt Hage Geingob und der sagt:
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."
"Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll."
"Man könnt' erzogene Kinder gebären, wenn die Eltern erzogen wären."
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